Begriff

Das Wort HOMÖOPATHIE ist abgeleitet aus den beiden griechischen Begriffen Homoios und Pathos. Samuel Hahnemann hat diesen Begriff speziell für die Homöopathie geprägt und systematisch ausformuliert:

«… Durch Beobachtung, Nachdenken und Erfahrung fand ich, daß im Gegentheile von der alten Allöopathie die wahre, richtige, beste Heilung zu finden sey in dem Satze: Wähle, um sanft, schnell, gewiß und dauerhaft zu heilen, in jedem Krankheitsfalle eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden (ομοιον πάϑος) (homoion pathos) für sich erregen kann, als sie heilen soll! …» (1).

SIMILIA SIMILIBUS CURRENTUR

Dass Heilung gewissen Gesetzen gehorcht, war bereits indischen Weisen im 10. Jhr. v. Chr. bekannt. Sie sagten, dass durch Anwendung von Ähnlichem eine Krankheit geheilt werden könne.

Im antiken Griechenland wird der Mythos vom König Telephos von Mysien erzählt, der im Zweikampf durch den Speer des Achilles verwundet worden war. Die Wunde wollte nicht heilen. Das um Rat gefragte Orakel des «Phoibos Apollon» sprach: «… nur der Speer, der ihn geschlagen, vermöge ihn zu heilen …» (2).

Achilles legte dem König seinen Speer zu Füssen. Nachdem man weiter beraten hatte, feilte man ein wenig Rost in die Wunde und nach wenigen Stunden war der König Telephos, dem Orakel zufolge, durch den Speer des Achilles von der Wunde desselben Speeres genesen.

(1) Organon der Heilkunst, 6. Auflage, Samuel Hahnemann, 1921, Vorwort

(2) Die schönsten Sagen des klassischen Altertums, Gustab Schwab; Zweiter Teil; Die Sagen Troias von seiner Erbauung bis zu seinem Untergang; Erstes Buch; Die Griechen vor Troia; S.406ff