Blühfläche Jüstli Chur: Biodiversitätsprojekt vom Verein APICULTURA
Warum Blühflächen angelegt werden
In unserer modernen Kulturlandschaft verschwinden naturnahe Lebensräume zusehends. Wildbienen, Schmetterlinge und andere Bestäuber finden zu bestimmten Zeiten kaum noch Nahrung, und die natürliche Vielfalt an Pflanzen und Tieren nimmt drastisch ab. Die Anlage von Blühflächen ist eine direkte Antwort auf diesen Verlust: Sie stellen Nahrungsquellen, Brutplätze und ökologische Trittsteine bereit, die zum Überleben vieler Arten notwendig sind. Blüh- und Ruderalflächen fördern die Gesundheit der Ökosysteme, steigern die Biodiversität und schaffen kleinräumige, vernetzte Lebensräume – ein biotisches Kontinuum, das Pflanzen, Tieren und letztlich auch den Menschen zugutekommt.
Entstehung des Projekts
Aus diesem Grund entstand das Projekt «Blühfläche Jüstli» in Chur. Das Gebiet rund um den Jüstlibach / Rüfisbach, das PDGR – Provisorium, die angrenzenden Landwirtschaftszonen und am Jüstligarten gelegen, bietet ideale Voraussetzungen, um wertvolle Lebensräume zu verbinden und gemeinsam weiterzuentwickeln. Hier sollen nicht nur farbenprächtige Blumenwiesen, sondern stabile, vielfältige und zukunftsfähige Naturflächen entstehen – ökologisch, funktional und dauerhaft. Der Nonprofit–Verein APICULTURA trägt dieses Projekt. Er setzt sich ohne Gewinnabsicht für den Schutz von Bestäubern, Wildlebensräumen und naturnahen Strukturen ein.
Testfläche (Etappe 1)
Als Grundlage für das Gesamtprojekt wurde 2025 mit viel Aufwand eine Testfläche von 78 m² eingerichtet. Diese diente dazu:
- Bodenverhältnisse und Standortbedingungen zu prüfen
- verschiedene Wildblumen- und Blühmischungen zu testen
- Pflegeaufwand und Entwicklung zu beobachten
- Erkenntnisse für eine fachgerechte Ausweitung zu sammeln
Die Auswertung der Testfläche ist noch nicht abgeschlossen. Doch bereits jetzt zeigt die erfolgreiche Entwicklung, dass der Standort geeignet ist. Wir bereiten bereits die nächste Etappe vor.
Ein herzliches Dankeschön an unsere Sponsoren
Die erfolgreiche Realisierung der Testfläche (Etappe 1) wäre ohne die grosszügige Unterstützung unserer Partner nicht möglich gewesen. Ihr Beitrag hat massgeblich dazu beigetragen, dass wir wertvolle Erfahrungen sammeln und den Grundstein für das Gesamtprojekt legen konnten.
Wir danken herzlich:
- Kieswerk Oldis AG für die Bereitstellung von Kies und Sand
- Sativa Rheinau AG für die Wildblumen – Trockenmischung, Fläche 1
- UFA Samen für die Wildblumen, Fläche 2
- Urech Garten AG für die Überlassung der Walze
Euer Engagement für die Biodiversität und die Unterstützung in der ersten Etappe sind für uns von unschätzbarem Wert!
Hauptprojekt – Etappe 2 und 3
Nach der erfolgreichen Testphase steht nun die Umsetzung der weiteren Etappen an. Die projektierte ökologische Aufwertungsfläche umfasst 2960 m², bestehend aus:
1. BIENENWEIDE / BLÜHFLÄCHE / WILDBLUMEN – 999 m²
2. RUDERALFLÄCHEN / WILDGEHÖLZ / WILDHECKEN – 1961 m²
- bieten Überwinterungsmöglichkeiten für Insekten
- beherbergen spezialisierte Wildpflanzen und -tiere
- erhöhen die Strukturvielfalt des Gebiets
- verbinden Wald, Wasser, Wiesen und Gartenflächen zu einem ökologischen Netzwerk
Die geplanten Wildhecken und Gehölze bieten Windschutz, Schatten, Schutzräume und Brutplätze für Vögel, Kleinsäuger und Nützlinge.
3. RINNSAL / JÜSTLIBACH / RÜFISBACH / KALTBRUNNARÜFI – 239 m²
4. WALD – 590 m²
5. BIOTOP – 162 m²
6. JÜSTLI GARTEN / REBEN – 1446 m²
7. STANDORT BIENEN
Wer steht dahinter
Der Verein:
- ist politisch unabhängig und konfessionell neutral
- arbeitet nach den ethischen Grundsätzen von Aldo Leopold
- finanziert sich durch Spenden, Beiträge und projektbezogene Einnahmen
- verfolgt keine wirtschaftlichen Interessen.
APICULTURA setzt sich ein für:
- das biotische Kontinuum als verbindendes Lebensnetz
- die Anlage und Pflege von naturnahen Blüh- und Ruderalflächen
- den Schutz von Bestäubern und ihrer Lebensräume
- nachhaltige, ökologische Aufwertungsprojekte in Siedlungs- und Landwirtschaftsräumen.
Fazit
Das Projekt «Blühfläche Jüstli» ist ein umfassender Beitrag zur Wiederbelebung eines wertvollen Naturraumes. Blühflächen, Ruderalflächen, Gewässerräume, Hecken und Wälder werden zu einem zusammenhängenden Lebensraum vernetzt – eine dauerhafte Grundlage für Bestäuber, Wildtiere und Pflanzen.
Die Testfläche hat gezeigt, dass der Standort ideal ist. Mit Etappe 2 beginnt nun die grossflächige Umsetzung. APICULTURA schafft damit ein lebendiges, widerstandsfähiges und zukunftsfähiges Naturgebiet – ein Ort, an dem Biodiversität wieder Wurzeln schlägt und wächst.
Downloads und Kontakt
Hier kannst du das gesamte Projekt als PDF herunterladen und hier die Statuten des Vereins einsehen.
Der Verein APICULTURA mit der Kontaktadresse < Paul Duri Degonda, Paradiesgasse 7, 7000 Chur – www.degonda.info
Foto, Bienen, Rossboden in Chur, © Paul Duri Degonda eidg. dipl. Homöopath