Wundheilungsstörung / Wundinfektion

Patientin, 87, seit 2015 bei mir in homöpathischer Behandlung. 2020 stumpfes Trauma mit Platzwunde am Schienbein unterhalb des linken Knies. Die Wundbehandlung erfolgte fachgerecht. 2021 war eine sicht- und fühlbare Erhebung der Haut vorhanden, prall gefüllt, hart und teilweise verschieblich, mit Schmerz unter punktuell verstärktem Druck. Der seitliche Druck brachte einen mineralisierten Knoten und Eiter hervor, Abszess. DD: Ulcus cruris (venosum, arterisosum, mixtum), Dekubitus, Knochentumor, Zyste). Die Patientin hatte einen guten Allgemeinzustand, einen regelmässigen Ruhepuls, ohne Fieber, Blutdruck erhöht, CRP < 5.

Ein ambulant durchgeführter, chirurgischer Eingriff im nahen Spital erfolgte. Ziel dieses «Débriment»: den Heilungsprozess initiieren, die Lebensqualität erhalten, die Wundbeobachtung gewährleisten um eine sekundäre Infektion des verbleibenden, gesunden Gewebes zu verhindern.

Der Eingriff erfolgte schnell und effektiv unter lokaler Betäubung. Zurück blieb eine saubere ca. 2 Franken grosse bis zum Schienbeinknochen tiefreichende Wunde (8mm). Die fachmännisch postoperative Wundbehandlung wurde eingeleitet.

Am dritten Tag waren Zeichen einer Wundinfektion vorhanden. Diese überschritten die Parmeter einer normalen Exudationsphase, lokal und zeitlich: die Röte (Rubor), Wärme (Calor) und Schwellung (Tumor) verbreiteten sich übermässig, proximal und distal. Der Fussknöchel und das Knie waren übermässig geschwollen und heiss.

Der behandelnde Hausarzt war nicht erreichbar. Ein Termin beim zuständigen Chirurgen wurde am Folgetag abgemacht. Ich wurde als Homöopath gerufen, um die Wunde homöopathisch zu behandeln. Mein Ziel war, die übermässige Röte, Wärme und Schwellung zu stoppen, zu beseitigen, um die normale Exudationsphase wiederherzustellen. Das sollte für die Patientin und für alle Beteiligten am Folgetag sicht-, fühl- und messbar sein. Die Ausbreitung der Infektion wurde mit einem Kugelschreiber markiert und die Schwellung vermessen. Die homöopatische Behandlung fand folgendermassen statt: Globuli des ähnlichen Mittels wurden in eine mit Wasser gefüllte 150ml Flasche aufgelöst. Während der ersten Stunde gab ich der Patientin alle 15 Minuten einen Schluck davon (10ml). Danach wurde das Mittel stündlich bis zum Einschlafen eingenommen. Vor jeder Einnahme erfolgte eine Potenzierung mittels 10 Schüttelschlägen. Örtlich wurde die Wunde keimfrei mit einer Calendula Lösung behandelt. Zweck: Stärkung der Immunkraft und Anregung der Zellregeneration im Inneren der Wunde. Am nächsten Tag hatte sich die Röte, die Schwellung zurückgebildet und die Temperatur normalisiert. Der zuständige Chirurg bestätigte das in Anwesenheit der Patientin. Die Lage konnte mit einer homöopathischen Behandlung beruhigt werden.

Herzliche Grüsse I Paul Duri Degonda I Praxis für klassische Homöopathie

Fotografie © Paul Duri Degonda

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